Korridore: Wichtig für das Überleben der Roten Pandas

red panda wild mukesh thakur

Foto: Dr. Mukesh Thakur

Rote Pandas in freier Wildbahn verlieren zunehmend den Platz, den sie zum Leben brauchen. Zudem wird ihr Lebensraum durch menschliche Einflüsse immer stärker fragmentiert. Verbindungskorridore zwischen den verschiedenen Gebieten, in denen Rote Pandas leben, sind daher von größter Bedeutung. Sie erleichtern den Austausch zwischen den verschiedenen Panda-Populationen und verhindern den schädlichen Effekt der Inzucht. Das ist entscheidend für das langfristige Überleben und die Lebensfähigkeit der Roten Pandas in freier Wildbahn.

Die Kangchenjunga Landschaft (KL) Own work based on User:Philg88, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons und Uwe Dedering, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine aktuelle Studie zeigt, ob und wie die verschiedenen Lebensräume der Roten Pandas miteinander verbunden sind und welche Auswirkungen dies auf die genetische Vielfalt hat. Der Hauptautor der Studie, Dr. Mukesh Thakur, und sein Team vom „Zoological Survey of India“ konzentrierten sich auf die Kangchenjunga-Landschaft (KL). Diese ist ein wichtiger Teil jenes grenzüberschreitenden Gebiets, das die Populationen des Roten Pandas zwischen Nepal, Indien und Bhutan miteinander verbindet. Die KL-Region um den dritthöchsten Berg der Welt umfasst zehn Naturschutzgebiete, darunter den Singalila-Nationalpark. Etwa 1.309 km2 – das sind 12,78 % der gesamten Kangchenjunga-Landschaft – wurden als geeigneter Lebensraum für Rote Pandas identifiziert. Etwa 62 % dieser Fläche befinden sich in den genannten Schutzgebieten.

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Foto: Dr. Mukesh Thakur

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Geeignete Gebiete (rot) und ungeeignete Gebiete (grün) für Rote Pandas. Grafik entnommen aus  Dalui S, Khatri H, Singh SK, Basu S, Ghosh A, Mukherjee T, Sharma LK, Singh R, Chandra K, Thakur M. (2020). Fine-scale landscape genetics unveiling contemporary asymmetric movement of red panda (Ailurus fulgens) in Kangchenjunga landscape, India. Scientific Reports. CC BY 4.0 

Rote Pandas in freier Wildbahn führen ein sehr zurückgezogenes Leben. Ihre Exkremente sind oft die einzigen verwertbaren Spuren, die sie für die Forschung hinterlassen. Insgesamt 234 Kotproben wurden in den „Panda-Gebieten“ der Kangchenjunga-Landschaft gesammelt. Mithilfe dieser wurden 24 Rote Pandas genetisch identifiziert. Die Analyse ergab, dass die Roten Pandas in der Kangchenjunga-Landschaft eine geringere genetische Vielfalt aufweisen als ihre Artgenossen in anderen Regionen. Der Studie zufolge könnte der Verlust des Lebensraums viele von ihnen isoliert haben, was sich negativ auf den Genfluss ausgewirkt hat.

Asymmetrischer Genfluss

Das Forscherteam fand auch heraus, dass es in der Population in Nordwestbengalen aufgrund der Degradierung des geeigneten Lebensraums keine horizontale Verbindung zwischen den verschiedenen Lebensräumen gibt, jedoch sind die Populationen des Roten Pandas in der Kangchenjunga-Landschaft bogenförmig von Westen nach Osten verbunden. Der Genfluss war asymmetrisch und zeigte sich im Zustand der fehlenden Panmixie. Das Forscherteam schlägt vor, dass der Korridor, der auch durch nicht geschützte Gebiete führt, besser kontrolliert werden sollte. Sie empfehlen außerdem, ihn mit Bambusplantagen anzureichern, um einen weiteren Verlust des Lebensraums für die Roten Pandas in der Kangchenjunga-Landschaft zu verhindern.


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Dalui S, Khatri H, Singh SK, Basu S, Ghosh A, Mukherjee T, Sharma LK, Singh R, Chandra K, Thakur M. (2020). Fine-scale landscape genetics unveiling contemporary asymmetric movement of red panda (Ailurus fulgens) in Kangchenjunga landscape, India. Scientific Reports. Sep 22;10(1):15446. doi: 10.1038/s41598-020-72427-3

Die gesamte Studie kann hier heruntergeladen werden.