Warum Rote Pandas im Norden und Süden zu unterschiedlichen Zeiten Junge bekommen

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Ein Jungtier, das im Juni 2011 im Smithsonian’s National Zoo geboren wurde. Foto: Mehgan Murphy – Smithsonian’s National ZooCC BY-NC-ND

Rote Pandas in den Zoos können im Idealfall einmal im Jahr für Nachwuchs sorgen. Wann diese Geburt stattfindet, ist jedoch überraschenderweise auch davon abhängig, wo die Roten Pandas leben.

Rote-Panda-Weibchen in den Zoos auf der nördlichen Erdhalbkugel kommen zwischen Januar und März in den sogenannten Östrus. In der Paarungszeit verstärken sich außerdem die sozialen Interaktionen zwischen Pandaweibchen und -männchen. Das fällt bei den ansonsten sehr einzelgängerischen Roten Pandas besonders auf. In diesen späten Wintermonaten setzen sowohl Weibchen als auch Männchen Duftmarken, um ihr Interesse zu signalisieren. Wenn alles klappt, dann kommt im Zeitraum von Juni bis August der Nachwuchs auf die Welt.

In den Zoos der südlichen Hemisphäre passiert an sich genau das gleiche Spiel, allerdings um ein halbes Jahr versetzt. Südlich des Äquators gilt die Zeit von Juni bis August als Paarungszeit und der Dezember als geburtenreichster Monat.

Das Tageslicht ist entscheidend

Welchen Grund gibt es für diesen Unterschied zwischen Norden und Süden? Vieles deutet darauf hin, dass die Rote Pandas abhängig von der Photoperiode, also von der Tageslänge, ihren Nachwuchs auf die Welt setzen. Die Wintermonate, die bekanntlich auf Nord- und Südhalbkugel um ein halbes Jahr zeitversetzt sind, dienen als Paarungszeit. Die Schwangerschaft dauert im Durchschnitt ungefähr 130 Tage und fällt in die nahrungsreiche Frühlingszeit – ideal für die werdende Mutter. Wenn die Jungen dann auf die Welt kommen, sind die Umweltbedingungen am günstigsten. Die unterschiedlichen Paarungs- und Geburtszeiten auf der nördlichen und südlichen Erdhalbkugel erhöhen also die Chance auf erfolgreiche Geburten.


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Über diese Besonderheit bei den Roten Pandas berichtet unter anderem Angela R. Glatston in ihrem empfehlenswerten Buch Red Panda – Biology and Conservation of the First Panda, (130ff) sowie die Website des Smithsonian’s National Zoo & Conservation Biology Institute